Ausstieg Deutschlands aus dem Euro

U.Reißner: Es gibt einen gravierenden Unterschied im Verhalten der Märkte zu starken, bzw. zu schwachen Ländern. Oder warum der Weg, Deutschland aus dem Eurowährungsraum zu lösen, der bessere ist.

Meine Lösung wäre z.B., das Deutschland als Aufwertungsland eine NeueDM als Parallelwährung einführt. Damit im Außenhandel keine schwerwiegenden Probleme gibt, wird diese Parallelwährung an den Euro/Dollar gekoppelt, mit einer gezielten Aufwertung von max. 5% jährlich. Ähnlich wie es die Schweiz mit ihrer Währung es macht. Der Vorteil, es kann kurzfristig erfolgen, da mir kein Gesetz bekannt ist, welches eine Parallelwährung nicht erlaubt.

Die Ankündigung, die Aufwertung jährlich zu limitieren, hat den Nebeneffekt, dass man sich um deutsche Anleihen reißt, gleichzeitig würde Deutschland sich einen ungeahnten Aufschwung entgegen sehen, da Immobilien, Firmenbeteiligungen, etc. äußerst attraktiv erscheinen. Geld würde sich der neuen Währung regelrecht aufdrängen. Das wiederum ermöglicht eine Geldmengenausweitung die Probleme der Umstellung auffängt.

Die Firmenbeteiligungen wären geschätzte 30% unterm realen Wert. Die jährliche Aufwertung von 5% ist human. Das können die Firmen auffangen und müssten sich aber endlich mal wieder innovativ betätigen, was wiederum dem Binnenmarkt zugutekäme, z.B. durch Produktentwicklungen. Diesen Anpassungsprozess hat schon früher die DM stark gemacht.

Durch die limitierte Aufwertung der NeuDM würde der Außenhandel würde nicht so gravierend einbrechen, als würde man die Parallelwährung frei floaten lassen. Gleichzeitig hätte man aber positiven Einfluss auf den Europäischen Markt, da die Kaufkraft sich jährlich erhöht. Mit entsprechenden positiven Folgen für den Süden. Mit dem Aussteigen Deutschlands aus dem Euro, dürfte sich der Euro allgemein abwerten. Auch das ist ein positiver Effekt für die Südländer.

 Verlustreduzierung.

Eine Verlustreduzierung der in Euro getätigten Geschäfte ist notwendig, um negative Auswirkungen auf dem Arbeitsmarkt und bei der Kaufkraft entgegenzuwirken. Das erfolgt durch die Bundesbank. Die Bundesbank gibt dafür den Geschäftsbanken zum Stichtag eine Umtauschgarantie für vorhandene Euro-Geschäfte, bzw. bei Fälligkeit einen Differenzausgleich um diese vor Verlusten zu schützen. Den Wertverlust den die Bundesbank auffängt, kann sie durch die Gewinne aus den Zufluss der enormen Geldmittel generieren, der durch die Ankündigung der 5%-Jahres-Strategie ermöglicht wird.

Durch den Zufluss fremder Geldmittel in die NeueDM wird diese extrem hart. Die NeueDM im Aufwertungsziel zu halten, ermöglicht es der Bundesbank, die Geldmenge zu erhöhen und damit gleichzeitig Probleme, die aus dem Übergang resultieren, zu lösen.

Meine Überzeugung ist, sollte in der richtigen Art und Weise es durchgezogen werden, dürfte das für Deutschland der günstigste Weg sein, aus der Misere zu kommen. Das Zeitfenster dafür wird allerdings immer Enger. Die Politik versucht zurzeit mit allen Mitteln, Deutschland in dem Eurobund durch Verflechtungen und Verträge unlösbar einzubinden.

Die Südländer aus dem Euroraum zu drängen, wie die AfD es vaforiert, sehe ich als Problem. Europa ist ein kranker Organismus, dem man nicht an allen Stellen gleichzeitig herumschnippeln darf. Die Probleme, die dann auftreten, sind zu vergleichen mit einem Ausbluten. Man vernichtet in der Eurozone zu viel Kaufkraft.

Warum überhaupt ein Ausstieg?

Durch unsere niedrigen  Lohnstückkosten sind wir extrem wettbewerbsfähig. Zusätzlich werden durch den für Deutschland unterbewerteten Euro unsere Exporte subventioniert. Wir drücken damit die Südländer an die Wand. Doch das ist nicht alles. Damit sich unsere Regierung mit dem erfolgreichen Wirtschaftsland Deutschland hervortun kann, wird ein Großteil der Exporte, staatlicherseits über Kredite bezahlt (Targetsalden). So wurde indirekt unser Arbeitsmarkt mit ca. 600 Mrd. Außenstände gestützt. Merkels Politik der Wirtschaftsstärke Deutschlands beruht eigentlich nur auf Manipulation der Marktwirtschaft und ist eine große, aber gekonnte Illusion.

Das Problem ist auch, dass Deutschland durch diese Subventionen, die Arbeitslosigkeit in den schwachen Ländern exportiert. Die Handelsbilanzschere spreizt sich immer weiter und  ein Kreditausfall ist wahrscheinlich.

Diese, von unserer Regierung geförderte Exportpolitik schadet unserem Binnenmarkt extrem. So verzichtet die deutsche Bevölkerung seit Jahren auf Kaufkraft, die sie durch die geschätzten 30%-Aufwertung der neuen DM, hätten. Das straft diejenigen Lügen, die behaupten, der Euro wäre stärker als, die DM.

Dieses Ungleichgewicht wird und kann nur durch finanzielle Beihilfen am Leben erhalten werden. So ist bei einem Euroerhalt ein übergreifender Staatenfinanzausgleich, analog des Länderfinanzausgleichs in Deutschland, zu erwarten.

Durch Sozialisierung der Marktkräfte erhoffen sich CDU/CSU/FDP, ein Angleichen der Lohnstückkosten der schwachen Süd-Länder, um deren Handelsbilanz und BIP auszugleichen. Aber was wäre, wenn das theoretisch gelänge? Dann hätten wir plötzlich einen Produktionsüberschuss in der Eurozone, ohne das sich die Kaufkräfte der globalen Märkte, analog erhöht hätten. Mit der Folge, der Kampf um Marktanteile und der Lohnstückkosten geht in die nächste Runde. Oder eine neue Epoche der Planwirtschaft wird eingeleitet.

Die bessere Alternative!

Wenn Deutschland zuerst und danach die anderen starken Länder aus dem Euro ausscheiden, wertet der Euro auf dem fairen Wert der Wirtschaft der Südländer ab. Diese werden wettbewerbsfähiger und die Handelsbilanzschere schließt sich. Das hilft dem Binnenmarkt und die Staatsschulden können abgebaut werden. Die Kaufkraft im Binnenmarktbereich bleibt erhalten, was wichtig ist, da man sonst griechische Verhältnisse bekommt.

Für Deutschland gilt, das die neue DM aufwerten muß, was man in einer Range von 5% machen und schaffen kann. Auf der einen Seite haben wir den Arbeitsplatzverlust, auf der anderen Seite haben wir den Kaufkraftgewinn durch die Währungsaufwertung und billigeren Import von Verbrauchsgütern. Zu DM-Zeiten haben wir auch viele Male im 3% Bereich aufgewertet. Die Firmen mussten, um den Wettbewerbsnachteil aufzufangen, innovativ werden.  Diese Aufwertung erhöht im gleichen Maße die Kaufkraft was auch den Südländern zugutekommt, aber auch den deutschen Binnenmarkt. Das gleicht kurzfristig die Arbeitsplätze durch den Exportverlust aus.

Der Hauptgrund ist aber, das die Südländer sich erholen können ohne den Euroraum zu verlassen, da sonst der Euro aufwertet und diese ihre Schulden nicht begleichen können, denn auch beim Verlassen der Südländer aus der Eurozone wertet der Euro auf und behindert auch so dem deutschen Export. Das aber führt zusätzlich zum Chaos der Südländer.

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Zitat:  Alternative für Deutschland Wir haben Hr. Reißner nun die Möglichkeit entzogen, hier auf unserer Seiote zu kommentieren. Seit Wochen ist er damit aufgetreten, ständig alles destruktiv zu kritisieren. Selbst auf schlüssige Argumentationen hin hat er diese Einstellung nicht verändert, so dass wir zu dem Schluss kamen, es handelt sich dabei nur um bewusste und gesteuerte Provokationen. Das wollen wir nicht länger akzeptieren.

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11 Gedanken zu „Ausstieg Deutschlands aus dem Euro

  1. Ihre Worte und Gedanken(bis zum letzten) Herr Uwe in dem Programm der AfD und schon wäre die AfD tatsächlich eine Alternative für Deutschland, denn bis jetzt ist es nur eine AfW(Alternative für Wähler).

  2. Lieber Uwe,
    letztlich läuft Ihr Vorschlag darauf hinaus, die DM wieder einzuführen. Die Reform schließt ein, dass das Geldsystem beibehalten wird, dass eine Notenbank über die Währung wacht, während die Geschäftsbanken Giralgeld in Umlauf setzen. Die neue DM wäre inflationär, ja ausdrücklich con Ihnen erwünscht. Wahrscheinlich wären einige Probleme bei der Währungsumstellung innerhalb des AfD-Konzeptes umgangen, aber die alten Probleme nicht.
    Helmut Krebs

  3. Lieber Helmut,
    Das Problem, mit dem ich mich beschäftige, ist die Auflösung der Eurozone. Das ist meiner Ansicht nach die Voraussetzung um den natürlichen Wettbewerbes in Europa wieder herzustellen.

    Die Reform des Geldsystems ist ein komplett anderer Bereich und kann unabhängig vom Euro oder der Nationalwährung angegangen werden. Natürlich wäre es ideal, gleichzeitig mit der Umstellung zur Nationalwährung das Giralgeld-Problem zu lösen. Das bedarf einer Kreditausgabebeschränkung der Geschäftsbanken, bzw. muss jeder Kredit über die Zentralbank gedeckt sein. Gleichzeitig muss man dafür sorgen, das Geld in die Realwirtschaft und nicht in die Schattenwirtschaft fließt. Ergo müsste man nur Banken zulassen die, mit Einschränkungen, Geschäfte innerhalb Realwirtschaft tätigen. Wäre sicher schön das Problem mit der Umstellung zu lösen, ist aber nicht so einfach ohne Banken in den Ruin zu treiben.

    Ob die neue DM inflationär wäre, ist nicht zwingend gegeben und auch nicht von mir erwünscht. Warum auch? Solange die Nachfrage nach der neuen Währung anhält, wird die Geldmenge ausgeweitet. Die Geldmenge wird der Nachfrage zur DM angepasst. Man hält das Gleichgewicht. Gleichzeitig würde ich darauf achten, das das Geld breit in die Realwirtschaft und nicht in den Konsum fließt und so für ein steigendes BIP sorgt.

    Dann ist noch zu beachten, das durch die Aufwertung der neuen DM, kurzfristig Arbeitsplätze verloren gehen und damit Kaufkraft verringert wird, was ehr deflationäre Tendenzen hat.

  4. „Der Vorteil, es kann kurzfristig erfolgen, da mir kein Gesetz bekannt ist, welches eine Parallelwährung nicht erlaubt.“

    Bitte schön:

    Die von der Europäischen Zentralbank und den nationalen Zentralbanken ausgegebenen Banknoten sind die einzigen Banknoten, die in der Union als gesetzliches Zahlungsmittel gelten.

    Quelle:
    http://dejure.org/gesetze/AEUV/128.html – Art. 128 Abs. 1 Satz 3 des Vertrages über die Arbeitsweise der Europäischen Union.

    Um zu der Lösung „Parallelwährung“ zu kommen, müßte also der Vertrag einstimmig(!!!) geändert werden. Ich will nicht sagen, daß das unmöglich ist, aber vermutlich zeitaufwendig.
    Im übrigen scheint mir inzwischen auch ein Ausscheiden D. (und ggfs. anderer Nordstaaten) aus dem Euroraum als bessere Alternative. Ich verweise insoweit auch auf das heute in der WELT abgedruckte Interview mit dem Chef des Wissenschaftlichem Beirats am Finanzministerium, Prof. Konrad.
    http://www.welt.de/politik/deutschland/article119104708/Deutschland-kann-die-Euro-Zone-nicht-retten.html

  5. Ob die Rückkehr zur DM das derzeitige Problem löst ?
    Mit der DM sah es so aus:
    Arbeitslosigkeit in D
    http://de.wikipedia.org/wiki/Arbeitslosenstatistik#Entwicklung_der_Arbeitslosenquote_in_Deutschland
    Verlauf von Wirtschaftswachstum und Staatsausgaben
    http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,grossbild-1374973-594654,00.html
    Entwicklung der Einkommen

    (die Zahlen sind ohne Inflation)

    Sieht fast so aus, als hätte die Krise bereits 1975 begonnen und eigentlich nie aufgehört.

  6. Für mich als Laien in diesem Feld klingt das alles nicht nachvollziehbar.
    Außerdem wäre es ein Rückschritt aus dem EURO wieder auszusteigen.
    Wie wäre es einfach mal mit einer konstruktiven Kritik am Wirtschaftssystem. Vielleicht liegt da eher das Problem, als bei der Währung…

    • Herr Haarmann, vielen Dank für ihre Meinung.

      Jemand der sich ein anderes Wirtschaftssystem wünscht, wie z.B. eine Planwirtschaft, für den ist der Euro, der Weg dahin. Den Euro zu behalten erfordert es eine Angleichung der wirtschaftlichen, arbeitspolitischen und sozialen Bedingungen der Euroländer. Denn schert einer aus, geht das immer zulasten des anderen und schafft Spannungen. Auch ist Wettbewerb in nur in einer bestimmten Bandbreite möglich. Schert einer aus, gibt es Spannungen.
      Ich bin ein Freund der Sozialen Marktwirtschaft trotz seiner Nachteile. Und ein Freund der Demokratie. Beides ist sicher nicht vollkommen.

      Wie müsste denn ihrer Meinung nach ein Wirtschaftssystem aussehen?

    • Rückschritt – auf welchem Weg?
      Ich sehe im Augenblick, daß die Spannungen im Euroraum als Teil der EU noch nie so groß waren wie im Augenblick. Hat der Euro nicht die Völker entzweit? Die Deutschen (die Nordeuropäer) schimpfen auf den „faulen“ Süden, der Geld verbrennt – der Süden schimpft auf die Sparvorgaben der Nordeuropäer, beklagt die „geschlossenen Taschen“ und die Sparer aller Länder schimpfen auf die niedrigen Zinsen der EZB, die ihre Sparvermögen dahinschmelzen läßt. Die EZB kann die Zinsen aber nicht erhöhen, weil die Konjunktur im Süden nicht anspringt und jede Zinserhöhung den Süden in noch größere Schwierigkeiten bringen würde.
      All das hat es nicht gegeben, als man noch mit nationalen Währungen zahlte. Wenn die Südländer eben für hohe Lohnabschlüsse und höhere Inflationsraten empfänglich waren – bitte schön. Die internationale Wettbewerbsfähigkeit bezahlten sie dann mit einer Abwertung ihrer Währungen und die höhere Inflation mit höheren Zinsen, die von den nationalen Zentralbanken paßgenau für das jeweilige Land festgelegt werden konnten.
      Zinsen auf DM-Niveau und Lohnabschlüsse wie in der Vor-Euro-Zeit – das funktioniert nicht und ein Kompromiß ist aufgrund der unterschiedlichen historischen Erfahrungen der Völker wohl auch nicht möglich.
      Der Euro war/ist ein sehr, sehr teurer Fehler, der bisher schon viel Geld verbrannt hat – aber Fehler können/sollten korrigiert werden, bevor sie noch mehr kosten und/oder Freundschaft zwischen den Ländern zerschlagen. Insofern wäre ein Euro-Austritt bzw. eine Euro-Abschaffung kein Rückschritt, sondern der erste Schritt auf dem Weg zu einem Europa, das den Erfordernissen eines jeden Landes mehr gerecht wird und nicht versucht, für unterschiedliche Lebensumstände eine einheitliche Lösung zu finden.

  7. Dafür, dass Sie angeblich kein Volkswirtschaftler sind, sind Sie aber ganz schön schlau, Uwe Reißner! 😉
    Auch ich glaube nicht, das Luckes Idee einer Parallelwährung für die Krisenländer funktionieren wird; schon deshalb nicht, weil deren Notenbank es hemmungslos ausnützen würden, wenn sie noch einen kleinen Finger am Euro hätten.

    Aber Ihre o. a. Überlegungen gehen ja weiter, und erscheinen mir sehr überzeugend.

    • Danke für Ihre Antwort und Lob.

      Was mich am meisten verwundert hat, ist die wirtschaftliche Unkenntnis unserer Politiker. War sehr gut im Wahlkampf mit Lucke zu erkennen. Falsche Schlussfolgerungen von Herrn Lucke, die eigentlich eine Steilvorlagen gegen ihn hätten sein können, wurden nicht erkannt.

      Nur mal als Beispiel, wo Herr Lucke in Talkshows die Teilung der Währung, der damaligen Tschechoslowakei als Vorbild für das Rauslösen Griechenland aus dem Euro angeführt hatte. Blamabel für Lucke, aber noch viel schlimmer für seine Kontrahenten.

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